SEETs Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft vereinen sich an einem besonderen Abend

„Ihr habt mir euer Vertrauen geschenkt. Ihr wart immer für mich da, und das war das Schönste überhaupt. Manchmal habe ich an mir selbst gezweifelt. Jetzt stehe ich hier als Studentin, und ihr habt diese Brücke gebaut, damit ich an der Gesellschaft teilhaben und meine Stimme erheben kann. Meine Reise ist noch nicht zu Ende.“

Der Abend des Freitags, 27. März 2026, war Zeuge eines weiteren besonderen Meilensteins in der Geschichte von SEET. Bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt versammelten sich fünfzig Personen im ETH Alumni Pavillon und füllten den Raum vier Stunden lang mit Wärme.

Zunächst feierten die Teilnehmenden des Studienförderungsprogramms 2025/26 den Abschluss ihrer einjährigen Partnerschaft, bevor der Abend nahtlos in einen „zweiten Akt“ überging: Mentees und Mentoren aus früheren Programmzyklen schlossen sich Vertretern der Förderpartner sowie zwei Gründungsmitgliedern der Organisation an, um das SEET-Alumni-Netzwerk ins Leben zu rufen. Ein ehemaliger Mentor war sogar extra aus Berlin angereist, um dabei zu sein.

Im Vorfeld der Abschlussfeier 2025/26 wurden alle Teilnehmenden gebeten, ihre SEET-Erfahrung über eine App mit nur einem Wort zu beschreiben. Als die Antworten auf dem Bildschirm erschienen, waren die Mitglieder des SEET-Freiwilligenteams zutiefst bewegt. „Inspirierend“, „Augen öffnend“, „bereichernd“, „Empathie“, „Freundschaft“ und „Unterstützung“ waren nur einige der verwendeten Begriffe.

Die 39 Mentees, die im letzten Jahr teilnahmen, stammten aus acht verschiedenen Ländern: Afghanistan, Eritrea, Georgien, Iran, Sudan, Syrien, Türkei und Ukraine. Während einige der Mentees ihr Engagement fortsetzen werden, um ihre Bildungsziele zu verfolgen, werden andere ihre Verbindung zu SEET in einer anderen Funktion aufrechterhalten.

Um die Wirksamkeit seines Programms weiter zu steigern, fördert SEET gezielt den Aufbau einer stärkeren Gemeinschaft unter den unterstützten Personen. Die Gründung eines Alumni-Netzwerks soll einen Raum schaffen, in dem ehemalige und aktuelle Teilnehmende, Mentor:innen und Mitglieder des SEET-Teams zusammenkommen. Ziel ist es, die gegenseitige Unterstützung zu stärken, den Mentees den Zugang zum kollektiven Wissen und den Ressourcen der SEET-Gemeinschaft zu erleichtern und langfristige Verbindungen zu fördern.

Drei der Alumni wurden am Freitag eingeladen, ihre Geschichten zu erzählen. Batoul, Leyla und Elene hoben jeweils die rechtlichen, sprachlichen und finanziellen Hindernisse hervor, mit denen Vertriebene konfrontiert sind, wie beispielsweise lange Wartezeiten für Aufenthaltsgenehmigungen und eingeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt.

Sie betonten, dass das Programm von SEET mehr als nur finanzielle Unterstützung bietet; es bietet unverzichtbare Betreuung, emotionale Stabilität und Orientierung, um ihnen den Weg durch das Schweizer Bildungssystem zu ebnen. Dank dieser Unterstützung hat sich jede von ihnen erfolgreich in verschiedenen Studiengängen eingeschrieben, was verdeutlicht, wie gezielte Fürsprache und Integration in die Gemeinschaft Flüchtlinge befähigen, systemische Hürden zu überwinden und ihre beruflichen Träume zu verwirklichen.

Batoul erklärte, dass sie sich trotz der Herausforderungen, denen sie in der Zeit gegenüberstand, als ihr Asylantrag unbeantwortet blieb und dann abgelehnt wurde, nie allein fühlte. Es waren ihr Mentor und die SEET-Gemeinschaft, die an sie glaubten und sie in diesen schwierigen Jahren unterstützten, sodass sie ihren Weg fortsetzen und offen mit jemandem sprechen konnte. Sie studiert nun Physiotherapie und nähert sich Schritt für Schritt ihrem Traum.

Leyla, deren Zitat diesen Blog einleitet, berichtete, wie sich die Unterstützung von SEET auch positiv auf ihre Familie ausgewirkt hat. „Egal, wie schwierig die Dinge werden oder was man im Leben durchmacht, man gibt nicht auf, wenn man Menschen an seiner Seite hat. Meine Kinder sehen, was ich erreicht habe, und ich bin ihr Vorbild. Meine Tochter hat letzte Woche erfahren, dass sie die Aufnahmeprüfung für das Gymnasium bestanden hat. Sie hat gesehen, dass man Erfolg haben kann, wenn man nicht aufgibt. Ohne SEET wäre nichts davon passiert.“

Als sich der Abend dem Ende zuneigte, wurde ein QR-Code eingeblendet, und allen Anwesenden wurde eine einfache Frage gestellt: Möchtet ihr der WhatsApp-Gruppe des Alumni-Netzwerks beitreten? Innerhalb von Sekunden tauchte eine ganze Reihe von Telefonnummern auf dem Bildschirm auf. Die Gruppe zählt bereits fast fünfzig Mitglieder und es gab sogar ein Angebot für kostenlosen Sprachunterricht.

Im Rückblick auf den Abend versuchte SEET-Präsidentin Nora Diehelm, ihre Gefühle in Worte zu fassen. „So viele Mentees und Mentoren kamen auf mich zu, um ihre tiefe Dankbarkeit für das SEET-Programm auszudrücken und zu betonen, wie wichtig es für sie ist“, sagte sie. „Ein Teilnehmer erklärte, wie schön es für ihn ist, Teil dieser Gemeinschaft zu sein – in der die Menschen so freundlich und offen sind –, denn das ist nicht das, was er in der Schweiz immer erlebt hat.

Eine andere sagte, dass sie sich jedes Mal, wenn sie zu einer SEET-Veranstaltung kommt, als Teil einer Familie fühlt. Diese Worte der Dankbarkeit machen mich so glücklich und sind ein Beweis dafür, was eine kleine Gruppe von Menschen, die sich für ein gemeinsames Ziel zusammengeschlossen hat, erreichen kann.“

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