Die Teilnahme an diesem Programm hat meine Erwartungen übertroffen

SEET ist die einzige Organisation in der Schweiz, die Geflüchtete unabhängig von den Universitäten selbst beim Zugang zur Hochschulbildung unterstützt. Das Studienförderungs-Programm von SEET vernetzt Geflüchtete mit Mentorinnen und Mentoren, die sie wertvoll dabei unterstützen, sich im Schweizer Bildungssystem zurechtzufinden. 

Wir haben mit Giverny Ganz gesprochen, um mehr über ihre persönliche Motivation zu erfahren, SEET-Mentor zu werden. 

Giverny, erzählen Sie uns etwas über Ihren persönlichen Hintergrund und was Sie derzeit tun.

Hallo! Mein Name ist Giverny und ich bin Schweizerin und Südafrikanerin. Ich bin in Südafrika aufgewachsen und mit 18 Jahren in die Schweiz gezogen, um Biologie zu studieren. Ich habe meinen Master of Science in 2019 abgeschlossen und arbeite seitdem als wissenschaftliche Mitarbeiterin.

Wann und wo sind Sie erstmals auf SEET und das Studienförderungs-Programm aufmerksam geworden?

Das erste Mal hörte ich in 2019 vom SEET-Programm, als eine Freundin von mir daran teilnahm. Sie schlug mir vor, Mentorin zu werden, da ich gerade mein Studium abgeschlossen hatte und mir noch nicht sicher war, in welche berufliche Richtung ich gehen wollte habe ich mich damals noch nicht angemeldet. Im Jahr 2024 bin ich dann erneut auf SEET gestossen und habe mich in 2025 als Mentorin beworben.

Welche Faktoren haben Sie dazu inspiriert, sich als Mentor zu bewerben?

Der Umzug in ein neues Land in jungen Jahren und die Konfrontation mit anderen kulturellen Normen und Bildungssystemen waren eine Herausforderung für mich, aber ich hatte das Glück, dass mein Bruder mich dabei unterstützt hat.

Ich glaube, dass es sehr wertvoll ist, jemanden zu haben, der einem hilft, berät oder mit dem man reden kann, wenn man Veränderungen oder schwierige Phasen im Leben durchmacht. Als ich also an einen Punkt gelangte, an dem ich mir bewusst wurde, dass ich dies jemandem anbieten könnte, habe ich mich dazu entschlossen, am Programm teilzunehmen.

Erzählen Sie uns von Ihrer Mentee, wie sich Ihre Beziehung entwickelt hat und welche Unterstützung Sie geleistet haben.

Meine Beziehung zu meinem Mentee hat sich durch effektive und klare Kommunikation entwickelt. Um Ziele festzulegen, achten wir darauf, klar und offen darüber zu sprechen, was realistisch ist, und legen Prioritäten fest, die auf den Wünschen des Mentees basieren.

Meine Rolle besteht darin, mit meinem Wissen über das Schweizer System Orientierung zu geben, damit wir am Ende einen realistischen Zeitplan und eine Reihe von Zielen haben. Seit ich meinen Mentee im Jahr 2025 zum ersten Mal getroffen habe, telefonieren wir mehrmals pro Woche, um Deutsch zu üben, und treffen uns persönlich, wenn es für uns beide passt. Dies kann je nach Mentor-Mentee-Beziehung und den Zielen der Beziehung unterschiedlich sein.

Hat Ihre Mentoring-Erfahrung Ihre Erwartungen erfüllt? Was haben Sie daraus gelernt?

Als ich mich bei SEET angemeldet habe, ging ich davon aus, dass ich jemandem, der Hilfe brauchte, mit Rat und Tat zur Seite stehen würde. Seit meiner Anmeldung kann ich sagen, dass es eine bereichernde Erfahrung war, jemanden mit einem völlig anderen Hintergrund kennenzulernen, meine Mentee besser zu verstehen und auch von ihr zu lernen und Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Es war eine wertvolle Erfahrung, gemeinsam Herausforderungen zu meistern, offene Fragen zu klären und voneinander zu lernen. Ich kann sagen, dass die Teilnahme an diesem Programm meine Erwartungen übertroffen hat!

Würden Sie jemandem, der darüber nachdenkt, sich als SEET-Mentor zu bewerben, dies weiterempfehlen? Wenn ja, warum?

Wenn Du in der Lage bist zu helfen, und über die Zeit sowie die geistige Kapazität verfügst, jemanden zu unterstützen und anzuleiten, würde ich Dir auf jeden Fall empfehlen, dich für den nächsten Zyklus anzumelden. Es wird sicherlich Herausforderungen geben, aber genau das macht die Erfahrung umso bereichernder und wertvoller.

Wenn Sie daran interessiert sind, SEET als zukünftige:n Mentor:in, Spender:in, Partner:in oder Freiwillige:n zu unterstützen, senden Sie uns bitte eine E-Mail an: seet@seet.ch oder als Mentor:in bis 15. Oktober hier bewerben.

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